Country GuidePhilippinen

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Laut dem Weltinvestitionsbericht der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD) des Jahres 2015 gehören die Philippinen zu den zehn Ländern in Ost- und Südostasien, die die meisten ausländischen Direktinvestitionen (Foreign Direct Investments, FDI) erhalten. Im Jahr 2015 empfing das Land FDI in Höhe von 5,72 Milliarden US-Dollar (rund 5,2 Milliarden Euro).

Im Doing-Business-Ranking der Weltbank von 2016 belegten die Philippinen Platz 103 und büßten damit im Vergleich zum Vorjahr sechs Plätze ein. Trotz dieser Herabstufung wurden in den Rankings die Reformen des Landes anerkannt, die die Geschäftstätigkeit erleichtern sollen. Dazu gehörte die Vereinfachung von Unternehmensgründungen durch kürzere Kommunikationswege zwischen der Börsenaufsichtsbehörde und dem Sozialversicherungssystem, wodurch das Verfahren zur Vergabe von Arbeitgeberregisternummern beschleunigt wurde.

Wichtige Aspekte zu der Unternehmensgründung in den Philippinen:

  • Um ein neues Unternehmen in den Philippinen zu gründen, sind ungefähr 29 Tage und 16 Verfahrensschritte erforderlich. Dieser Prozess wird im Abschnitt Geschäftstätigkeit in näher beschrieben.
  • Eine einjährige Arbeitserlaubnis für Ausländer kostet 8.000 philippinische Peso (rund 150 Euro). Die Arbeitsvorschriften werden im Abschnitt Arbeit ausführlich erörtert.
  • Bis zum Erhalt von Bau- und Nebengenehmigungen durch die Bauaufsichtsbehörde (Office of the Building Official) vergehen ungefähr 21 Tage und die Kosten belaufen sich auf 43.043 philippinische Peso (rund 800 Euro).
  • Unternehmen in den Philippinen wenden durchschnittlich 183 Stunden pro Jahr für Steuerzahlungen auf. Das Steuersystem wird im Abschnitt Steuern näher behandelt.
  • Große Unternehmen oder Kapitalgesellschaften unterliegen den philippinischen Rechnungslegungsvorschriften (Philippine Financial Reporting Standards, PFRS). Kleine und mittlere Betriebe (KMU) sind verpflichtet, die PFRS für KMU zu verwenden. Weitere Informationen finden sich im Abschnitt Rechnungsprüfung.
  • Gesellschaften, die eine Notierung im First Board der Philippine Stock Exchange beabsichtigen, müssen unter anderem für die letzten drei Geschäftsjahre ausgewiesene Gewinne vorweisen. Kapitalmärkte werden im Abschnitt Finanzen im Detail beschrieben.

Die Philippinen sind aufgrund vieler Faktoren ein attraktiver Investitionsstandort, nicht zuletzt wegen der gut ausgebildeten Arbeitskräfte und des großen Binnenmarktes. Um allerdings fundierte Entscheidungen zu treffen, ist es wichtig, die lokalen Besonderheiten zu kennen. Das Geschäftsgebaren in den Philippinen kann sich von dem unterscheiden, das die Investoren in ihren Ländern gewohnt sind. Hinzu kommen Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen und Branchen.

Die Amtssprache der Philippinen ist Philippinisch. Diese wird jedoch nur von rund 55 Prozent der Bevölkerung gesprochen. Zu Bildungs- und Handelszwecken wird in der Regel Englisch verwendet.

Die Geschäftskleidung ist konservativ. In den Philippinen wird im Geschäftsverkehr Wert auf Pünktlichkeit gelegt. Ein Händedruck ist ein übliches Begrüßungsritual bei Geschäftstreffen und Visitenkarten werden für gewöhnlich nach dem ersten Kontakt ausgetauscht.

Wer beabsichtigt, ein Unternehmen in den Philippinen zu gründen, wird sich auch in anderen Ländern Südostasiens nach alternativen Standorten umschauen. Die Philippinen bieten jedoch eine Reihe von Vorzügen:

  • Die Philippinen sind das nach Einwohnern zwölftgrößte Land der Welt.
  • Es handelt sich um eine offene Volkswirtschaft, die in fast allen Sektoren ausländisches Alleineigentum erlaubt.
  • Das Land liegt strategisch günstig an einer wichtigen Zugangsstelle für mehr als 500 Millionen Menschen Südostasiens. Auf die Handelspolitik wird im Abschnitt Handel näher eingegangen.
  • Die Philippinen verfügen über sehr gut ausgebildete Arbeitskräfte und haben eine Alphabetisierungsquote von 94,6 Prozent – eine der höchsten in Asien.
  • Die philippinische Regierung hat die Infrastrukturausgaben verdoppelt. Sie liegen nun bei fünf Prozent des BIP. Ein Überblick über die aktuelle Infrastruktur des Landes befindet sich im Abschnitt Infrastruktur.

Wegen der liberalisierten Wirtschaft und des Zugangs zu den ASEAN-Märkten sind die Philippinen für ausländische Investoren attraktiv. Die auf den Philippinen tätigen Unternehmen sollten jedoch mögliche Herausforderungen beachten. Die Regierung schränkt in bestimmten Sektoren noch immer ausländisches Eigentum von Unternehmen, Immobilien und Investitionen ein. Obwohl sich die Situation verbessert, ist Korruption weiterhin ein landesweites Problem. Die Philippinen stehen auf Platz 95 des Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International von 2015.

Dieser Leitfaden bietet Unternehmen einen Überblick über die Philippinen und erläutert, wie das philippinische Rechtssystem funktioniert, was bei Neugründungen und beim Markteintritt zu beachten ist, welche Steuer- und Zollvorschriften bestehen und welche Faktoren bei der Geschäftstätigkeit in den Philippinen von Bedeutung sein können. Die Informationen in diesem Dokument sind jedoch allgemeiner Natur, weshalb Sie nicht darauf vertrauen sollten, ohne sich zuvor professionell beraten zu lassen.

Nützliche Links

1 Unternehmensregister
2 Finanzbehörde
3 Finanzministerium: Zollangelegenheiten
4 Einwanderungsbehörde
5 Behörde für geistiges Eigentum
6 Invest Philippines
7 Arbeitsministerium

 

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