Country GuideArmenien

From Global Connections

Im Jahr 2015 erhielt Armenien ausländische Direktinvestitionen (Foreign Direct Investments, FDI) in Höhe von 70,4 Milliarden armenische Dram (rund 135 Millionen Euro). Aus Russland, der Schweiz und Luxemburg kamen die meisten FDI, die hauptsächlich in den Bergbausektor flossen.

Im Doing-Business-Ranking der Weltbank von 2016 liegt Armenien auf Platz 35 und verbesserte sich damit im Vergleich zum Vorjahr um drei Plätze. Dabei wurden die Reformen des Landes honoriert, die die Geschäftstätigkeit erleichtern sollen. Durch den Beitritt zur Eurasischen Wirtschaftsunion verringerte Armenien den Zeitaufwand und die Kosten bei der Einhaltung der Zollvorschriften beim Handel mit Russland. Durch ein neues Gesetz, wonach Richtern Fälle per Zufallsprinzip und vollautomatisch zugewiesen werden, wurde die Vertragsdurchsetzung erleichtert. Der Umgang mit Baugenehmigungen wurde vereinfacht, da Projekte mit geringem Risiko nunmehr keine Genehmigung von Bauzeichnungen durch einen unabhängigen Sachverständigen und keine technische Überwachung der Bauarbeiten erfordern.

Wichtige Aspekte zu der Unternehmensgründung in Armenien:

  • Um ein neues Unternehmen in Armenien zu gründen, sind ungefähr drei Tage und zwei Verfahrensschritte erforderlich. Dieser Prozess wird im Abschnitt Geschäftstätigkeit in näher beschrieben.
  • Im Jahr 2015 betrug der monatliche Mindestlohn 55.000 armenische Dram (rund 105 Euro). Die Arbeitsvorschriften werden im Abschnitt Arbeit ausführlich erörtert.
  • Von der Beantragung bis zum Erhalt einer Baugenehmigung vergehen ungefähr 15 Tage und die Kosten dafür betragen 350.000 armenische Dram (rund 670 Euro).
  • Alle armenischen Kapitalgesellschaften sind gesetzlich dazu verpflichtet, Jahresabschlüsse gemäß den internationalen Rechnungslegungsvorschriften (International Financial Reporting Standards, IFRS) zu erstellen. Weitere Informationen finden sich im Abschnitt Rechnungsprüfung.
  • Gesellschaften, deren Wertpapiere an der NASDAQ OMX Armenia notiert werden sollen, müssen unter anderem seit mindestens drei Jahren bestehen. Kapitalmärkte werden im Abschnitt Finanzen näher behandelt.

Armenien ist aufgrund vieler Faktoren ein attraktiver Investitionsstandort, nicht zuletzt wegen seines starken Wirtschaftswachstums und seiner strategisch wichtigen Lage zwischen Europa und Asien. Um allerdings fundierte Entscheidungen zu treffen, ist es wichtig, die lokalen Besonderheiten zu kennen. Das Geschäftsgebaren in Armenien kann sich von dem unterscheiden, das die Investoren in ihren Ländern gewohnt sind. Hinzu kommen Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen und Branchen.

Die Amtssprache des Landes ist Armenisch. Russisch wird ebenfalls in weiten Teilen des Landes gesprochen. Die Geschäftskleidung ist elegant und konservativ. Zu Beginn und am Ende eines Geschäftstreffens erfolgt normalerweise ein Händedruck. In Armenien wird Wert auf Pünktlichkeit gelegt. Beim Austausch von Visitenkarten gelten keine besonderen Formalitäten.

Wer beabsichtigt, ein Unternehmen in Armenien zu gründen, wird sich auch in anderen asiatischen Ländern nach alternativen Standorten umschauen. Armenien bietet jedoch eine Reihe von Vorzügen:

  • Es handelt sich um eine aufstrebende Volkswirtschaft, die ausländischen Investoren eine Vielzahl von Möglichkeiten bietet.
  • Das armenische Gesetz über ausländische Investitionen schützt ausländische Investoren. Es sieht Bestimmungen zur Gleichbehandlung und zu Gewinnrückführungen vor.
  • Die Körperschaftssteuer Armeniens ist niedrig und beträgt 20 Prozent, was im Abschnitt Steuern näher behandelt wird.
  • 2015 investierte die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung 140 Millionen US-Dollar (rund 125 Millionen Euro) in die armenische Infrastruktur. Ein Überblick über den aktuellen Stand der Infrastruktur befindet sich im Abschnitt Infrastruktur.
  • Die armenische Regierung bietet Anreize für ausländische Investoren, wie z. B. Ausfuhrzollbefreiungen. Diese werden im Abschnitt Handel näher erläutert.

Während Investitionen in Armenien bedeutende Möglichkeiten bereithalten, gibt es dennoch einige Herausforderungen. Aufgrund der Wirtschaftsblockade durch die Türkei und Aserbaidschan müssen alle Güter über Georgien oder den Iran ein- bzw. ausgeführt werden. Das hat hohe Transportkosten zur Folge und hat zu einer geografischen Isolation Armeniens geführt. Das Land leidet außerdem unter der weitverbreiteten Korruption und belegt im Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International Platz 95 von 167. Es wurde darauf hingewiesen, dass durch Korruption die wirtschaftliche Entwicklung und politische Stabilität des Landes bedroht und die Glaubwürdigkeit der Regierung infrage gestellt werden.

Dieser Leitfaden bietet Unternehmen einen Überblick über Armenien und erläutert, wie das armenische Rechtssystem funktioniert, was bei Neugründungen und beim Markteintritt zu beachten ist, welche Steuer- und Zollvorschriften bestehen und welche Faktoren bei der Geschäftstätigkeit in Armenien von Bedeutung sein können. Die Informationen in diesem Dokument sind jedoch allgemeiner Natur, weshalb Sie nicht darauf vertrauen sollten, ohne sich zuvor professionell beraten zu lassen.

Nützliche Links

1 Staatliches Register über juristische Personen
2 Steuerbehörde
3 Zollbehörde
4 Patentamt
5 Außenministerium
6 Ministerium für Arbeit und Soziales


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